Zukunftsthema Digitalisierung

Die fortschreitende Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft in rasantem Tempo. Sei es die Arbeitswelt, wo digitale Prozesse und Geschäftsmodelle in zunehmendem Maße traditionelle Muster ersetzen, oder auch das private Umfeld, in dem die Nutzung digitaler Informationsquellen mittlerweile fester Bestandteil des Alltags geworden ist.

Architekten mit der holographischen 3D-Projektion einer Stadt
© Shutterstock.com Architekten mit der holographischen 3D-Projektion einer Stadt

Digitalisierung ist auch im Bereich Wohnen, Bau und Verkehr heute mehr denn je Triebfeder für technische, gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Von einer durchgängig digitalen Verwaltung profitieren Bürger und Unternehmen. Sie erleichtert und beschleunigt die Abläufe innerhalb und zwischen den Behörden sowie mit Dritten. Für die Vielfalt der aktuellen Entwicklungen muss auch von Seiten der Verwaltung eine zukunftssichernde Entscheidungs- und Handlungsbasis nach den aktuellsten technischen Möglichkeiten bereitgestellt werden.

In der Erklärung "Bayern Digital II – Chancen, Lebensqualität, Sicherheit“ definiert der Freistaat alles dafür zu tun, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und bestehende und potentielle Risiken zu minimieren.

Als Koordinierungs- und Vernetzungsstelle für den digitalen Wandel in Bayern wurde im September 2018 der Bavarian Hub for Digital Transformation eröffnet. Unter dem Dach des Bavarian Hub sind die Geschäftsstelle des Zentrums Digitalisierung.Bayern (ZD.B), das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (BIDT) sowie die Abteilung „Digitales und Medien“ der Bayerischen Staatskanzlei zusammengeführt. Jede der drei Einheiten hat eine eigene zentrale Querschnitts- bzw. Koordinierungsfunktion, aber mit dem gemeinsamen Ziel, das strategische Fundament der Digitalisierung in Bayern zu legen und zu festigen, jeweils mit unterschiedlichem Fokus:

  • Das ZD.B insbesondere mit einer Bündelungsfunktion für die dort verankerten Kooperationsmaßnahmen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu Schlüsselthemen der Digitalisierung.

  • Das BIDT als Forschungsinstitut und künftiger Think Tank, das auf der Grundlage aller relevanten wissenschaftlichen Disziplinen eine ganzheitliche Sicht auf die Auswirkungen der Digitalisierung für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat entwickelt und die Staatsregierung berät.

  • Die Abteilung „Digitales und Medien“ der Bayerischen Staatskanzlei mit ihren Kernaufgaben Koordination, Strategie und Controlling sowie ihrer Funktion als Schnittstelle zwischen der politischen und der operativen Ebene in allen Digitalisierungsangelegenheiten der Staatsregierung.

Aufgabenfelder

Vor diesem Hintergrund wurde auch im  Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr ein eigener Bereich „Digitalisierung“ eingerichtet, der aktuell schwerpunktmäßig folgende Aufgaben abdeckt:

  • Entwicklung und Umsetzung der Digitalisierungsstrategie
  • Initiierung, Begleitung und Steuerung von Digitalisierungsprozessen
  • Digital unterstützte Öffentlichkeitseinbindung
  • Building Information Management
  • Nutzung einer durchgängigen Geodateninfrastruktur
  • Koordinierung der Fachverfahren im Hinblick auf Fragen der Digitalisierung
Bauarbeiter mit Drohne auf Baustelle
© Shutterstock.com Bauarbeiter mit Drohne auf Baustelle

Building Information Management (BIM)

Einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierung im Baubereich liefern die Ansätze zum Building Information Management (BIM) und die in diesem Zusammenhang formulierten Datenstrukturierungen des Building Information Modelings. Die immer komplexer werdenden Planungsinhalte und die notwendige Kenntnis über eine errichtete Anlage (im Hochbau- ebenso wie im Infrastrukturbereich) weit über deren Herstellungszeitraum hinaus machen die systematische Bereitstellung und Nutzung der zu diesen Anlagen gehörenden Informationen als Beitrag des umfassenden Managementprozesses erforderlich. Mit Anwendung von BIM können die Prozesse im Projekt standardisiert und effizienter, das Risikomanagement vereinfacht werden.

Andreas Demharter, Thomas Schmid, Staatsministerin Ilse Aigner, MdL, Dr.-Ing. Werner Weigl, Christine Degenhart und Jakob Przybylo (v. l.)
© Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr Andreas Demharter, Thomas Schmid, Staatsministerin Ilse Aigner, MdL, Dr.-Ing. Werner Weigl, Christine Degenhart und Jakob Przybylo (v. l.)

Zur Stärkung der BIM-Strukturen in Bayern hat die Bayerische Staatsbauverwaltung auf Initiative der Bayerischen Bauindustrie zusammen mit der Bayerischen Architektenkammer, der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, dem Bayerischen Baugewerbe und der Regionalgruppe Bayern von BuildingSmart das „BIM Cluster Bayern“ eingerichtet. Das Cluster soll die übergreifende Positionierung von BIM in Bayern unterstützen und gleichzeitig Sprachrohr, Koordinierungs- und Abstimmungsebene sein. Ziel ist es, eine professionelle Struktur für die Digitalisierung des Baubereichs in Bayern zu initiieren. Die Gründung des „BIM Clusters Bayern“ erfolgte am 26.09.2018 im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr mit Unterschrift unter die gemeinsame Erklärung.

Aktuell