Radfahrer auf der Maximilianbrücke in München
© Wigand von Sassen

Radverkehr

Mobilität ist ein zentrales Grundbedürfnis aller Menschen, sowohl im Wirtschafts- als auch im Privatleben. Die Ausgestaltung von Mobilität ist deshalb nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Frage. Mobilität soll sinnvoll und umweltverträglich sein. Ziel sind möglichst effektive Wege und Fahrten.

Radverkehrsprogramm Bayern 2025

Ziel ist, dass 20 Prozent aller Wege in Bayern mit dem Fahrrad zurückgelegt werden (20 Prozent Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr). Wir wollen das Fahrrad als selbstverständliches Verkehrsmittel im Alltag etablieren. Dafür spricht vieles: Bei kurzen und mittleren Entfernungen (bis 5 km bzw. 10 km) ist das Fahrrad das schnellste, effektivste und kostengünstigste Verkehrsmittel, dazu noch ist Radeln gesund und umweltschonend. Auch im Verbund mit öffentlichen Verkehrsmitteln, also beispielsweise in der Verbindung von Rad- und Zugverkehr, liegt großes Potential. Im Freizeitradverkehr wollen wir unsere Spitzenposition als beliebtestes Reiseland in Deutschland ausbauen und behaupten.

Diese Ziele wollen wir erreichen durch besonderes Engagement in neun Handlungsfeldern:

1. Radverkehrsplanung und –konzeption

  • Für den Alltagsverkehr soll ein durchgängig befahrbares Radverkehrsnetz in ganz Bayern zur Verfügung stehen. Dieses „Radverkehrsnetz Bayern“ soll alle Hauptorte der Städte und Gemeinden miteinander verbinden.
  • Dieses Netz soll von den Kommunen weiter verdichtet werden

2. Infrastruktur

  • Die Infrastruktur für den Radverkehr soll intensiv ausgebaut werden. Wir wollen Radwege neu bauen und vorhandene Radwege erneuern.
  • Radschnellwege in Ballungsräumen sollen zügig realisiert und bestmöglich gefördert werden.
  • Das Radverkehrsnetz Bayern soll mit einer einheitlichen wegweisenden Beschilderung ausgestattet werden.
  • Wir werden beim Radwegebau besonders auf die Befahrbarkeit mit allen Arten von Rädern achten, auch für Menschen mit Behinderung.
  • Radwege sollen nach Möglichkeit das ganze Jahr über, also auch in den Wintermonaten, gut befahrbar sein.
  • Im öffentlichen Raum (z.B. vor Geschäften, an Schulen, Universitäten und Veranstaltungsorten) sollen ausreichend Fahrradabstellanlagen zur Verfügung stehen.

3. Verkehrssicherheit

  • Wir wollen die Unfallzahlen mit Radfahrerbeteiligung deutlich senken.
  • Wir wollen ein entspanntes und rücksichtsvolles Miteinander von Fahrradfahrern, Fußgängern und motorisierten Fahrern erreichen (Bayern mobil – sicher ans Ziel)

4. Kommunikation und Information

  • Wir werden Informationen zum Radverkehr leicht zugänglich bereitstellen und aktiv verbreiten.
  • Wir unterstützen Organisationen und Aktionen, die sich für die Förderung des Radverkehrs einsetzen.
  • Kommunikation soll unter allen Akteuren schnell und einfach möglich sein.

5. Fahrradtourismus und Freizeitradverkehr

  • Bayern soll den Spitzenplatz als beliebteste Radreiseregion in Deutschland behalten.
  • Wir möchten ein möglichst breites Angebot für verschiedene fahrradfahrende Zielgruppen schaffen.
  • Wir streben ein hohes Niveau der Freizeitradrouten hinsichtlich Streckenbeschaffenheit, Ausschilderung und Gastbetrieben an.
  • Wir möchten, dass insbesondere die Gestaltung des Wegenetzes in der freien Natur auf Akzeptanz vor Ort stößt.

6. Elektromobilität

  • Wir wollen Pedelecs als attraktive Verkehrsmittel für den Alltagsverkehr etablieren.
  • Die Infrastruktur soll auch für Pedelecnutzer sicher und geeignet sein.
  • Wir wollen über die Unterschiede von Pedelecs, S-Pedelecs und E-Bikes aufklären.

7. Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln

  • Wir wollen das Fahrrad in Kombination mit den öffentlichen Verkehrsmitteln noch attraktiver machen.
  • Jährlich sollen bis zu 4.000 neue bzw. in ihrer Qualität verbesserte Fahrradabstellplätze an Bahnhöfen und Haltestellen geschaffen werden.

8. Mobilitäts- und Verkehrserziehung

  • Alle Kinder und Jugendlichen erhalten eine fundierte Fahrradausbildung und Informationen zu Verkehrssicherheitsthemen.
  • Flüchtlinge sollen möglichst schnell mit den deutschen Verkehrsregeln
  • vertraut gemacht werden.

9. Qualitätssicherung

  • Alle sollen von innovativen Ansätzen und Best-Practice-Beispielen profitieren können.
  • Herausragende Produkte und Leistungen zur Radverkehrsförderung sollen auszeichnet werden.
  • Flüchtlinge sollen möglichst schnell mit den deutschen Verkehrsregeln vertraut gemacht werden.

Veröffentlichungen

Logo des Bayernnetz für Radler
© Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

Mit Hilfe informativer Veröffentlichungen bietet der Freistaat Bayern ein umfangreiches Informationsangebot zum Radfahren in Bayern. Beispiele sind das Radverkehrshandbuch Radlland Bayern für den Fachmann und interessierten Laien sowie die Karte Bayernetz für Radler für den Freizeitradler, die als gedruckte Ausgabe im Internet und für Smartphones zur Verfügung steht.

Mit dem regelmäßig tagenden Runden Tisch Radverkehr aber auch der Veranstaltung von Seminaren und der Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern besteht eine qualifizierte Kommunikationsplattform, die kontinuierlich verbessert wird.

Radlland Bayern

Ob in der Freizeit, zum Einkaufen, in die Arbeit: Radln ist gesund und schont die Umwelt. Es ist gerade im Nahbereich eine sinnvolle Alternative zum Auto. Im Radlland Bayern wird viel geboten: Von speziellen Radlzügen bis hin zu nützlichen Apps. Erfahren Sie mehr.

Aktuell

  • Übergabe des Förderbescheids für ein Fahrrad-Parkhaus an die Stadt RosenheimIm Bild von links: Helmut Cybulska, Baudezernent der Stadt Rosenheim, Gabriele Bauer, Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim, Hans Reichhart, Bayerischer Bau- und Verkehrsminister © Stefan Trux
    © Stefan Trux
    07.12.2018

    Freistaat fördert Fahrrad-Parkhaus in Rosenheim

    Der Freistaat unterstützt das Vorhaben der Stadt Rosenheim, am Bahnhof Nord ein Fahrrad-Parkhaus mit fast 900 Stellplätzen zu errichten. Reichhart hat Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer einen Förderbescheid in Höhe von mehr als 2,14 Millionen Euro übergeben.

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  • Bau- und Verkehrsministerin Aigner beim Spatenstich zum Bau des Geh- und Radwegs entlang der Staatsstraße zwischen Münsing und Weipertshausen. © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
    © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
    24.08.2018

    2,3 Millionen Euro vom Freistaat für Radwege in Münsing und Jachenau

    "Künftig müssen die Radler hier nicht mehr auf der Straße fahren“, freute sich Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner anlässlich des Spatenstichs zum Bau des Geh- und Radwegs entlang der Staatsstraße zwischen Münsing und Weipertshausen.

    mehr