Güterverkehrskonzept Bayern

München, 26.01.2024

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: Wir stellen den Güterverkehr effizient und zukunftssicher auf

  • Umfassendes Konzept als Grundlage für Arbeit am Güterverkehr der Zukunft
  • Drei Handlungsfelder: Netz und Verflechtung, neue Technologien, Qualifizierung und Nachwuchsgewinnung
  • Pilotprojekte zu innovativen Güterverkehrszentren, Slotsystem, Runder Tisch Fachkräftemangel

 

Einfach, digital und modern: So sieht der Freistaat Bayern den Güterverkehr der Zukunft. Diese Vision hat das Bayerische Verkehrsministerium gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Branche und Kommunen in einem Güterverkehrskonzept für Bayern festgeschrieben. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter hat das Konzept heute in München vorgestellt: „In Bayern funktioniert der Güterverkehr bereits hervorragend. Der stete Anstieg des Transportaufkommens und die damit verbundenen Umweltbelastungen stellen uns aber vor Herausforderungen. Mit unserem bayerischen Güterverkehrskonzept wollen wir den Warentransport zukunftssicher machen und den Verkehr noch effizienter und nachhaltiger gestalten.“ Dabei sind für ihn drei Punkte entscheidend: „Wir brauchen eine gute Infrastruktur, eine digitale Verknüpfung der Transporte und ausreichend Fachpersonal. Das Güterverkehrskonzept wird die Grundlage unserer Arbeit der kommenden Jahre sein.“

Das Güterverkehrskonzept gliedert sich in drei Handlungsfelder:

 

Netz und Verflechtung:

  • Der Güterverkehr braucht als Grundlage eine gut ausgebaute Infrastruktur. Alle vier Verkehrsträger – Straße, Schiene, Luftfahrt und Wasserstraße – müssen in gutem Zustand sein und ein engmaschiges Netz bilden. Der Freistaat fordert vom Bund eine leistungsfähige und maximal anwohnerfreundliche Schieneninfrastruktur, insbesondere auch für den kurzlaufenden Schienengüterverkehr, um die Straße und die Umwelt schon heute zu entlasten.
  • Für den Wechsel zwischen den Verkehrsträgern braucht es noch mehr Terminals für den Kombinierten Verkehr, Railports, Gleisanschlüsse und öffentliche Ladestellen. Der Freistaat unterstützt Projektträger bei Konzeption, Grundstückssuche und Planung. Der Bau muss weiterhin durch den Bund gefördert werden.
  • Ein großer Synergieeffekt ergibt sich aus der gemeinsamen Nutzung bestehender Verladeinfrastruktur durch mehrere Unternehmen. Dies ist vor allem im ländlichen Raum noch weiter voranzutreiben. So können Unternehmen die notwendige Menge an Gütern generieren, um eine Verlagerung auf Schiene und Wasserstraße sinnvoll zu ermöglichen. Der Freistaat Bayern wird solche Kooperationen unterstützen.

 

Neue Technologien:

  • Ziel ist es, Prozesse mit Hilfe der Digitalisierung zu optimieren. Eine digitale Verknüpfung der Transporte ermöglicht eine einfache Übergabe von Waren und Daten innerhalb der Transportkette. Der Freistaat Bayern wird die Erarbeitung und Erprobung eines einheitlichen Datenmodells in Modellkommunen fördern. Außerdem ermutigt die Staatsregierung City-Logistik-Dienstleister und Wissenschaft, gemeinsam Standards für den kleinräumigen Gütertransport zu entwickeln, um Transporte zu vereinheitlichen und zu bündeln.
  • Für die Dekarbonisierung des Güterverkehrs braucht es Technologien im Bereich von E-Antrieben und Ladetechnik, Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen. Die Tank- und Lademöglichkeiten für alternative Antriebe müssen ausgebaut werden. Außerdem muss der Bund die Elektrifizierung von Schienenstrecken weiterverfolgen.

 

Qualifizierung und Nachwuchsgewinnung:

  • Für eine gute Funktionsfähigkeit des Güterverkehrs werden viele verschiedene Berufsgruppen gebraucht – vom Fahrer über den Lagermitarbeiter, den Logistik-Manager im Unternehmen bis zu den Mobilitätsexperten in der kommunalen Stadtentwicklung. Ziel ist, dass genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen, die durch eine entsprechende Aus- und Fortbildung für die Veränderungen im Güterverkehr gut gerüstet sind und deren Ansehen in der Bevölkerung ihrem Einsatz und ihrer täglichen Leistung gerecht wird. Der vom Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr betreute Runde Tisch zur Gewinnung von Fachkräften inklusive einer Imagekampagne für Fahrerinnen und Fahrer wird aufrechterhalten.
  • Für noch mehr kompetente lokale Ansprechpartner zum Thema Logistik und Güterverkehr ermutigt der Freistaat Städte, Gemeinden und Landkreise, Ansprechpartner zu qualifizieren und zu benennen. Außerdem wird die Staatsregierung Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen dabei unterstützen, sich zu Fragen der lokalen Logistik im ländlichen und städtischen Raum noch stärker zu vernetzen und zusammenzuarbeiten.

 

Teil des Güterverkehrskonzepts sind auch konkrete Maßnahmen, die in Form von Pilotprojekten vorangetrieben werden sollen: Eine Ausschreibung für innovative Güterverkehrszentren in ganz Bayern ist bereits in Arbeit. Damit sollen neue Ansätze, sei es logistisch, betrieblich oder architektonisch, gefördert werden. Außerdem arbeitet Bayern derzeit gemeinsam mit Tirol und Südtirol an einem Slotsystem für den Brennerkorridor. Ziel ist ein flüssiger Verkehr dank verpflichtender Slot-Buchungen für Lastwagen. Um ausreichend Nachwuchs für die vielfältigen Herausforderungen der Branche zu gewinnen, entwickelt ein Runder Tisch Fachkräftemangel darüber hinaus Maßnahmen für ein positives Branchenimage.

 

Anhang: Güterverkehrskonzept Bayern

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